Gedichte

Du bist nicht mehr da, wo du warst,
aber du bist überall, wo wir sind.
Der Mensch wird nicht sterben,
solange ein anderer sein Bild
im Herzen trägt.

Trauer kann man nicht sehen,
nicht hören, kann sie nur fühlen.
Sie ist ein Nebel, ohne Umrisse.
Man möchte diesen Nebel packen und fortschieben,
aber die Hand fasst ins Leere.
(Verfasser unbekannt)



Wo bist du ?

Wo bist Du?
frage ich das kleine Licht

"Hier bin ich!
Mama spürst Du mich nicht?"


Ich spüre Dich,
doch sehe ich Dich nicht
entgegne ich dem Licht
und höre, wie es spricht:

"Es zählt nicht, was Du siehst oder nicht,
wichtig ist nur, Du spürst mein Licht-
in dir, Mama , nicht äußerlich!"


Ich spüre Dich deutlich,
innerlich.
Zum Greifen nah, fehlt nur ein Stück.
Zum richtigen Glück.
Warum bist Du gegangen, mein kleines Licht,
so traurig bin ich,
ohne Dich!

"Ach Mama
so weine doch nicht,
Ich bin in Sicht,
schließe Deine Augen und fühle mich
ich bin ganz nah."


Warum? Ich wieder frag,
warum nur gehst Du,
kleines Licht,
lässt mich im Stich,
Ich liebte Dich!

"So lieb mich weiter,
ich bin doch da!"


Warum, ist alles, was aus mir spricht,
und so erklärt mir das kleine Licht:

"Nicht traurig sein Mama,
ich liebe Dich.
Der kleine Körper, den ich besaß,
der wollte nicht,
hinderte mich zu werden,
was ich werden wollte,
Dein gesundes kleine Licht.
Nie wollte ich Dich verlassen,
doch musste ich,
wollt doch nicht krank sein, Mama,
verstehst Du mich?"


Schmerzlich erkläre ich dem Licht,
am Verstehen scheitert es nicht,
nur tut es so weh.

"Meine Mama,
so weine nicht,
Zeit vergeht,
bald bin ich wieder in Sicht!
Kämpfe für mich!
Ich brauche Dich!
Ich liebe Dich!!"


Mein süßes kleines Licht,
wie kann ich um Dich kämpfen,
Du bist doch schon tot.

"Nein Mama,
nicht tot bin ich.
Nur Zeit brauch ich,
ein bißchen nur,
ich bitte Dich, empfange mich,
gleich herzlich wie beim ersten Mal!!"


Wie anders außer herzlich könnt ich Dich empfangen,
Du süßes Licht,
sehnsüchtig erwart ich Dich!

"Also dann Mama,
nicht traurig sein!
Erwarte mich,
bald bin ich Dein.
Mein Licht soll strahlen,
richtig hell,
so das Du nie den Mut verlierst,
tot ist nicht mein Lebenslicht,
nur der Körper mußte gehen.
Ich bin bei Dir, ich leuchte Dir,
niemals mehr sollst Du trauern um mich-
es gibt keinen Grund.
Du wartest auf mich und ich auf Dich!!
Ich liebe Dich!!"
(Verfasser unbekannt)




Schleifen an der linken Brust

Schleifen an der linken Brust
machen uns manch Leid bewußt,
was uns Menschen treffen kann
und sollen uns erinnern dran.

Jeden, der eine Schleife trägt,
hat ein Schicksal sehr bewegt.
Sprecht ihn an, leiht ihm ein Ohr,
geht gegen das Vergessen vor!

Viel zu oft wird weggesehen,
wo schlimme Dinge sind geschehen,
wo Menschen tiefe Trauer tragen
und keiner möchte danach fragen.

Wenn wir das Schweigen brechen wollen,
wenn andere mit uns reden sollen,
wenn wir als Boten uns begreifen -
dann tragen wir Erinnerungs-Schleifen.

Bunte Schleifen wehen im Wind,
erinnern an so manches Kind,
an kranke Männer oder Frauen...
wir bitten Euch, nicht wegzuschauen!

(Ralf Korrek)



Sternenglanz in klarer Nacht

Sternenglanz in klarer Nacht
entflammt den Schmerz mit neuer Macht,
bringt die Erinnerung zurück
an dieses viel zu kurze Glück.

Was würde ich nicht alles geben,
brächte es zurück Dein Leben...
Warum nur Du? Werd's nie verstehen!
Ach, könnte ich Dich wiedersehen...

Der Wind weht leise über's Land,
streift mein Gesicht und meine Hand.
Ist dieser Wind ein Gruß von Dir?
Willst Du die Tränen trocknen mir?

Sternenglanz in klarer Nacht
hat neue Hoffnung auch entfacht,
wenn jetzt auch meine Seele weint -
irgendwann sind wir vereint...

(Ralf Korrek)



Eine Bitte an unsere Mitmenschen

Unser Kind hat uns verlassen,
nie werden wir es lachen sehen -
wer kann unseren Schmerz erfassen,
wer kann unser Leid verstehen...

Verzeiht, wenn wir uns so "verwandeln",
doch nichts kann unseren Kummer lindern -
unser Denken, Sehnen, Handeln,
gilt stets unseren Sternenkindern...

Beachtet bitte, was Ihr sagt,
wenn Ihr mit uns sprechen solltet -
damit Ihr uns nicht quält und plagt,
wo Ihr uns doch trösten wolltet...

Worte haben große Macht,
sie spenden Liebe, können heilen -
wählt Eure Worte mit Bedacht,
wollt Ihr uns zur Hilfe eilen...

denn Worte können auch verletzen,
wenn sie uns'rer Trauer höhnen -
können unser Aug' benetzen,
statt mit dem Schicksal uns versöhnen...

Begleitet unseren Weg ein Stück
und wenn wir reden, lauscht uns bitte -
weist unser Baby nicht zurück,
und nehmt es auf in Eurer Mitte...

(Ralf Korrek, 04.01.2007)



Du hast uns zu stolzen Eltern gemacht!

Vom Tag an, da wir von Dir gewußt,
schlug schneller das Herz in unserer Brust.
Schon planten wir unser neues Leben;
Dir galt uns're Liebe und unser Streben.

Liebevoll hatten wir alles geplant...
und niemals das bittere Ende erahnt.
Nun spüren wir Sehnsucht und Trauer, für immer.
Verwaist ist Dein Platz im Kinderzimmer.

In Tausend Scherben liegt unser Glück.
Nur wenige Dinge blieben zurück...
doch zeigen sie allen - es hat Dich gegeben!
Du gehörst nun für immer zu unserem Leben.

Wir spüren, daß Du unser Schutzengel bist
und wissen jetzt, was wirklich wichtig ist...
Nun sehen wir die Dinge mit anderen Augen
und merken auch, was wirkliche Freunde taugen.

So klein Du auch warst und so kurz unsere Zeit,
wir lieben Dich in alle Ewigkeit
und schauen zu Dir auf in sternklarer Nacht...
Du hast uns zu stolzen Eltern gemacht!

(Ralf Korrek)



Still, seid leise

Still, seid leise,
es waren Engel auf der Reise.
Sie wollten ganz kurz bei euch sein,
warum sie gingen, weiß Gott allein.
Sie kamen von Gott,
dort sind sie wieder,
wollten nicht auf unsere Erde nieder.
Ein Hauch nur bleibt
von ihnen zurück,
in euren Herzen ein großes Stück.
Sie werden jetzt immer
bei euch sein,
vergesst nie,
sie waren noch so klein.
Geht nun ein Wind, an mildem Tag,
so denkt, es war ihr Flügelschlag.
Und wenn ihr fragt,
wo mögen sie sein ?
Ein Engel ist niemals allein.
Sie können jetzt alle Farben sehen
und barfuß durch die Wolken gehen.
Vielleicht lassen sie sich hin und wieder
bei den Engelskindern nieder.
Und wenn ihr sie auch sehr vermisst
und weint,
weil sie nicht bei euch sind,
so denkt, im Himmel,
wo es sie nun gibt,
erzählen sie stolz:
Wir werden geliebt!
(Verfasser unbekannt)



Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen sich tiefer ins Herz hinein,
und während die Tage verstreichen, werden sie Stein.
Du lachst und sprichst, als wenn nichts wäre,
sie scheinen geronnen zu Schaum,
doch Du spürst ihre lastende Schwere bis in den Traum.
Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blumenmeer,
aber in Deinem Herzen ist eine Stelle, die blüht nicht mehr.
(Verfasser unbekannt)



"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die leuchten können. Und wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer),
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben"
(aus " Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry



Lass mich schlafen,
bedecke nicht meine Brust mit Weinen und Seufzen,
sprich nicht voller Kummer von meinem Weggehen,
sondern schließe deine Augen,
und du wirst mich unter euch sehen,
jetzt und immer.
(Khalil Gibran)



Weißt du, warum ich weine...

Weißt du, warum ich weine?
Ich habe mein Kind verloren.
Ein Kind verliert sein Leben -
etwas Schlimmeres kann es nicht geben.
Ich wünsche so etwas Keinem.
Das ist, als wenn ein Dorn,
direkt das Herz durchbohrt.
Es ist so furchtbar hart.
Du sagst, es wird schon werden,
das kann ich nicht mehr hören.
Du hast das nicht erlebt,
wenn die Erde um dich bebt.
Wenn die Welt um dich versinkt,
wenn die Sterbeglocke klingt.
Wenn die Angst dich überlistet,
wenn du kaum noch weißt, wo du bist.
Man merkt es mir zwar nicht an
und trotzdem ist es so.
Dass ich das nicht verwinde,
es war und bleibt mein Kind!
Du ahnst nichts von meinem Leid,
dabei hilft auch nicht die Zeit.
Man sagt, sie heilt alle Wunden -
Warum werde ich so geschunden?
Die Seelenschmerzen bleiben,
die kannst du nicht vertreiben.
Die sind fast wie so Gespenster,
wie Schatten vor einem Fenster.
Jetzt weißt du, warum ich weine.
Ich habe mein Kind verloren ...
(Dieter Walter)



Es gibt Momente im Leben eines jeden Menschen da hört die Erde für einen Moment auf sich zu drehenů
und wenn Sie sich weiterdreht wird nichts mehr sein wie vorher.
(Verfasser unbekannt)