Liebe Mitmenschen,

Diese Homepage soll nicht nur eine Gedenkseite für unseren Sohn Pepe sein. Wir wollen damit auch an die Gesellschaft appellieren, den Tod und die Trauer nicht als Tabuthemen zu sehen.

Der Tod ist wie die Geburt ein Teil des Lebens. Die Geburt ist zumeist ein freudiges Ereignis und an der Freude darüber nehmen viele gern teil. Wenn Geburt und Tod so nah beieinander liegen wie bei einem Baby, würden viele das am liebsten "totschweigen" und eine Frist vorgeben, wie lange man trauern darf.

In früheren Zeiten wurde ein Jahr lang schwarze Kleidung getragen. Damit war für andere sofort sichtbar, hier wird um einen Menschen getrauert und das wurde, von allen respektiert.

Gerade mit dem Tod eines Babys scheinen viele Menschen überfordert zu sein. So passieren oft Dinge, die die Trauernden noch zusätzlich verletzten. Wir wissen, dies geschieht meist nicht aus Bosheit sondern aus Hilflosigkeit oder Ahnungslosigkeit.

Es ist völlig normal, Eltern nach ihren Kindern zu fragen. Mama und Papa erzählen dann voller Stolz von ihrem Baby und was es alles schon kann. Aber auch wir sind stolz auf unsere Kinder und möchten das gerne zeigen. Gebt uns die Chance dazu.

Hilfe von Nichtbetroffenen ist sehr wichtig! Wie aber können andere uns helfen?

  • Überwinden Sie Ihre Zurückhaltung und versuchen Sie, in Kontakt mit den geschockten Eltern zu treten. Sagen Sie ihnen, "Es tut uns leid!", wenn Ihnen die Worte fehlen. Auch zu sagen "Ich weiß nicht, was ich sagen soll" ist ehrlich und hilft.

  • Falls die Eltern zunächst noch keinen Kontakt wünschen, seien Sie nicht "eingeschnappt" oder verletzt deswegen, sondern akzeptieren es.

  • Vergessen Sie nicht, das Mama UND Papa ihr Kind verloren haben! (Der Vater leidet ebenso wie die Mutter - nur anders. Väter werden oft nur gefragt, wie es ihren Frauen geht. Sie selbst werden dabei übergangen)

  • Manchmal sagt ein Händedruck oder eine Umarmung mehr als tausend Worte...

  • Auch wenn wir uns wiederholen - hören Sie uns bitte zu. Unsere Geschichte ist kurz, aber uns ist sie enorm wichtig und wir müssen sie immer wieder erzählen. Wir haben leider nichts neues zu berichten...

  • Wenn Sie uns Hilfe anbieten wollen, kommen Sie auf uns zu und tun Sie es einfach! Warten Sie nicht, bis wir anrufen (wir sind nicht in der Lage dazu).

  • Zeigen Sie durch Gesten, das Sie an uns denken und scheuen Sie sich nicht, den Namen des gestorbenen Babys auszusprechen

  • Vergessen Sie bitte die Gedenktage nicht (Geburtstag, Todestag, geplanter Entbindungstermin...)

  • Denken Sie daran, dass die Zeit diese Wunde NICHT heilt. Wir werden immer an unser Kind denken.

  • Nehmen Sie uns einfach, wie wir jetzt sind. Wir werden nie mehr die gleichen Menschen sein wie vorher.

  • Zeigen Sie Interesse und Wertschätzung für die Grabstätte des Kindes (Besuchen Sie hin und wieder das Grab oder fragen Sie die Eltern ob Sie es gemeinsam besuchen wollen.)
Verhaltensweisen bzw. Äußerungen, die trauernde Eltern verletzten und nicht helfen:

  • "Ihr seid doch jung und könnt andere Kinder haben." (Ja und? Ein anderes Kind kann doch das verstorbene Kind nicht ersetzen!)

  • "Sei froh, das es so früh passiert ist."

  • "Glücklicherweise hast Du es ja kaum gekannt."

  • "Du musst versuchen, es zu vergessen." ( Unmöglich! Niemals!)

  • "Es wird schon wieder!" (Was wird wieder? Wird unser Kind wieder lebendig?)

  • Ich weiß, wie Du Dich fühlst." (Geht nicht, außer man hat die gleiche schlimme Erfahrung gemacht.)

  • "Denkt nicht mehr daran, das Leben muß weitergehen!" (Ablenkung ist okay, aber Verdrängen verlängert nur den Schmerz!)

  • Sie ignorierenden Tod des Kindes und die Trauer der Eltern, indem Sie nicht davon sprechen.

  • Sie versuchen, irgend etwas Positives am Tod des Kindes zu finden. (z.B. "Wer weiß, was ihm erspart geblieben ist...")

  • Sie schirmen die Trauernden von der Wirklichkeit ab oder treffen ungebeten Entscheidungen für sie.

"Bleibt an unserer Seite, lernt von uns für Euer eigenes Leben."